Laut einem von Randstad vorgelegten Bericht vom Juli 2024 beschäftigte der Hotel- und Gaststättensektor in Spanien im Jahr 2023 mehr als 1,7 Millionen Menschen, was 8,1 % aller Arbeitsplätze im Land entspricht. In einigen Regionen ist seine Bedeutung für die Wirtschaft sogar noch größer: In Katalonien entfallen 17,9 % und in Andalusien 17,1 % der Arbeitsplätze auf diesen Sektor.
Zwei Drittel der Arbeitsplätze in diesem Sektor entfallen auf den Bereich Speisen und Getränke, in dem sich ein Trend bestätigt, der in Spanien seit Jahren zu beobachten ist: Es fehlen Kellner. In diesem Zusammenhang hebt ein von dem Marktforschungsunternehmen Arcano Research erstellter Bericht, den die spanische Tageszeitung El Economista zusammenfasst, hervor, dass die Zahl der unbesetzten Kellnerstellen nach der Pandemie stark zugenommen hat, was zu einem erheblichen Arbeitskräftemangel im Gastgewerbe geführt hat. Warum ist diese Situation entstanden?
Konjunkturelle Ursachen für den Kellnermangel in Spanien
Die durch die Pandemie ausgelöste Situation darf nicht außer Acht gelassen werden, wenn man einen Grund für den Kellnermangel im Land sucht. Es liegt auf der Hand, dass die Auswirkungen von COVID-19 einen Wendepunkt dargestellt und die Prioritäten der Arbeitnehmer verändert haben, insbesondere im Gastgewerbe. Seit 2020 sind eine Reihe konjunktureller Faktoren zu beobachten, die zu einem Fachkräftemangel in diesem Sektor führen:
Suche nach besseren Arbeitsbedingungen. Die Arbeitszeiten und die Schwierigkeit, Berufs- und Privatleben im Gastgewerbe miteinander zu vereinbaren, gehören zu den Hauptursachen des Kellnermangels. Nach der Pandemie und mit der Einführung von Remote- oder Hybridarbeit bevorzugen Fachkräfte Tätigkeiten in Branchen, deren Arbeitsbedingungen weniger anspruchsvoll sind als im Gastgewerbe.
Zunahme des Tourismus. Spanien hat in den ersten vier Monaten des Jahres 2024 insgesamt 24 Millionen Reisende empfangen, 14,5 % mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres, so die Daten des Nationalen Statistikamts. Dieser Anstieg hat die Nachfrage nach Kellnern in die Höhe getrieben und damit auch die Schwierigkeit, diese Stellen zu besetzen.
Wohnkosten. Die steigenden Miet- und Kaufpreise für Wohnraum in den Regionen, die besonders viele Touristen empfangen und daher mehr Kellner benötigen, haben dazu geführt, dass viele Beschäftigte im Gastgewerbe nicht in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können und flexiblere Arbeitsmöglichkeiten bevorzugen, die keine Präsenz vor Ort erfordern.
Strukturelle Ursachen des Kellnermangels
Der Gastgewerbesektor ist einer der großen Wirtschaftsmotoren des Landes und weist aufgrund seiner Beschaffenheit und Größe bestimmte strukturelle Schwächen auf, die sich in letzter Zeit verschärft haben.
Befristete Beschäftigung
Ein von der Eurofirms Group erstellter Bericht zeigt, dass professionelle Kellner keine gute Meinung von der saisonalen Arbeit haben, die der Sektor sowohl in Hotels und Restaurants als auch in Strandbars während der Hochsaison bietet. Nur 10 % der Bewerber für diese Stellen sind mit der Situation zufrieden.
Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten und wechselnden Schichten gehören zu den unattraktivsten Aspekten des Kellnerberufs, da sie die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben erschweren.
Fehlende Mitarbeiterbindung
Die Arbeitsbedingungen führen dazu, dass es schwierig ist, Mitarbeiter langfristig zu binden: Nur 9 % geben an, eine Berufung für den Kellnerberuf zu verspüren, während sich 68,6 % vorstellen, innerhalb von 5 Jahren in einer anderen Branche zu arbeiten.
Diese fehlende Mitarbeiterbindung führt zu einer hohen Personalfluktuation. Derzeit verfügen 31,81 % der Kellner über keine vorherige Berufserfahrung. Dies beeinflusst die Wahrnehmung der Stelle, da Beschäftigte mit Erfahrung mehrheitlich einen guten oder sehr guten Eindruck vom Sektor haben.
Fehlende Ausbildung
Obwohl Gastronomieschulen immer beliebter werden, entscheiden sich die meisten Schüler derzeit für eine Kochausbildung, und es gibt nur wenige Auszubildende im Kellnerberuf. Infolgedessen ist es schwierig, qualifizierte Stellen zu besetzen.
Gehälter
Aktuelle Daten des Nationalen Statistikamts zeigen, dass das durchschnittliche Jahresgehalt in Spanien im Gastgewerbe im Jahr 2022 bei 16.274 Euro lag, 39,6 % unter dem Landesdurchschnitt.
Arbeitsunfälle
In den Monaten Januar und Februar 2024 ereigneten sich im Gastgewerbe insgesamt 6.630 meldepflichtige Arbeitsunfälle, so die Daten des Arbeitsministeriums. Dies stellt einen erheblichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr dar und macht den Sektor zum fünftgrößten Bereich des Landes hinsichtlich der Unfallhäufigkeit mit Arbeitsausfall.
Die wichtigsten Auslöser für diese Art von Unfällen unter Kellnern sind:
rutschige Böden aufgrund von Fett oder Essensresten,
unzureichende Beleuchtung,
die Verwendung ungeeigneter Leitern,
das Zerbrechen von Glas- oder Keramikartikeln,
der Umgang mit scharfen Gegenständen,
der Kontakt mit heißem Geschirr oder heißen Lebensmitteln,
der Umgang mit brennbaren Produkten,
der Transport schwerer Lasten,
Arbeitsüberlastung.
Laut Experten für Arbeitsschutz lassen sich diese Ereignisse am Arbeitsplatz durch besonders gründliche Reinigung, eine angemessene Beleuchtung im gesamten Betrieb, die Verwendung ergonomischer und rutschfester Schuhe oder das Tragen von Schutzhandschuhen gegen Verbrennungen weitgehend vermeiden.
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Lesen Sie unsere Checkliste für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, um das Bewusstsein zu stärken und mit Shoes For Crews ein positives Arbeitsumfeld zu fördern.
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